• [key] + 1: Bedienhilfe
  • [key] + 2: direkt zur Suche
  • [key] + 3: direkt zum Menü
  • [key] + 4: direkt zum Inhalt
  • [key] + 5: Seitenanfang
  • [key] + 6: Kontaktinformationen
  • [key] + 7: Kontaktformular
  • [key] + 8: Startseite

[key] steht für die Tastenkombination, welche Sie drücken müssen, um auf die accesskeys Ihres Browsers zugriff zu erhalten.

Windows:
Chrome, Safari, IE: [alt] , Firefox: [alt][shift]

MacOS:
Chrome, Firefox, Safari: [ctrl][alt]

Zwischen den Links können Sie mit der Tab -Taste wechseln.

Karteireiter, Tabmenüs und Galerien in der Randspalte wechseln Sie mit den Pfeil -Tasten.

Einen Link aufrufen können Sie über die Enter/Return -Taste.

Denn Zoomfaktor der Seite können Sie über Strg +/- einstellen.

Item 1 of 5

Der Bürgermeister informiert

Bürgermeister Matthias Guderjan
Bürgermeister Matthias Guderjan
Veröffentlicht am Donnerstag, 20. Januar 2022
Sehr geehrte Einwohnerinnen und Einwohner, neben der seit zwei Jahren tatsächlich täglichen Herausforderung Pandemie und den mit ihr einhergehenden ständigen Änderungen der Vorschriften beschäftigt die Stadtverwaltung in den letzten Jahren kaum eine Aufgabe mehr als die Kinderbetreuung.

Das immer weiter aufgefächerte Betreuungsangebot hat zu einer exponentiellen Entwicklung sowohl der Anzahl der Beschäftigten als auch der Kosten in diesem Bereich geführt. Nicht zuletzt ist mit dieser Entwicklung der Bedarf an Betreuungsplätzen ganz erheblich gewachsen. Hierzu wurde Mitte 2021 an dieser Stelle ausführlich berichtet.

Der Beschluss des Gemeinderates vom 16. Dezember 2021, auf dem Gelände des Bolzplatzes im Breitenfeld für einen befristeten Zeitraum eine Kindertagesstätte in Modul-Bauweise zu erstellen, hat umgehend zu Reaktionen geführt, die das Vorhaben zwar inhaltlich grundsätzlich begrüßen, aber den vorgesehenen Standort in Frage stellen. Umfassende Kinderbetreuung ja, im unmittelbaren persönlichen Umfeld aber nach Möglichkeit nicht? Warum eine Interimslösung zur Schaffung weiterer Betreuungsplätze und warum im Bereich Breitenfeld?

Kenzingen verfügt derzeit über insgesamt 460 Betreuungsplätze in Kindertagestätten, davon 340 in der Kernstadt selbst. Nach einer Zeit zurückgehender Kinderzahlen, in der Kapazitäten abgebaut wurden, entstanden in den letzten 15 Jahren mit der KiTa Schnellbruck, dem Angebot Sausewind, dem Kinderhaus, der KiTa Franziskanergarten und dem Waldkindergarten mehr als 120 zusätzliche Plätze. Um dem Bedarf auch weiterhin Rechnung zu tragen, war bisher neben der Erweiterung des Waldkindergartens um eine Gruppe der Neubau einer zusätzlichen Kindertagesstäte im künftigen Neubaugebiet Breitenfeld V in Prüfung.

Infolge des Wegfalls der Stichtagsregelung, des gesetzlichen Anspruchs auf Betreuung auch für Kinder unter drei Jahren, der Nachfrage an Ganztagesplätzen, des gesellschaftlichen sowie demographischen Wandels und auch infolge der Attraktivität der Stadt als Wohnort ist die Nachfrage zuletzt schneller als geplant gewachsen. Entwickelten sich die Kinderzahlen aus der fortschreitenden Bebauung des Breitenfelds und aus dem vormaligen Kleiser-Areal an der Wiesenstraße erwartungsgemäß, ziehen im Gebiet Kaiserhöfe deutlich mehr Familien mit Kindern im Kindergartenalter zu als in der Bedarfsplanung berücksichtigt.

Diese Entwicklung ist Ursache für die Interimslösung: Denn wurde zunächst davon ausgegangen, dass der Bedarf mit der Schaffung einer zweiten Gruppe im Waldkindergarten und der zeitlich befristeten Überbelegung der bestehenden Einrichtungen gedeckt werden kann bis eine neue Kindertagesstätte im Gebiet Breitenfeld bereitsteht, fehlen nunmehr zeitnah 20, mittelfristig 40 Betreuungsplätze.

Die Angelegenheit ist dringlich, denn die Stadt will und muss die Aufgabe des Betreuungsangebots erfüllen. Deshalb hat der Gemeinderat entschieden, übergangsweise eine Kindertagesstätte in Modul- oder Containerbauweise auf dem Areal des Bolzplatzes im Gebiet Breitenfeld I zu errichten. Hier können zusätzliche Betreuungsplätze ohne erhebliche zeitliche Verzögerung bereitgestellt werden, zudem spricht die unmittelbare Nähe zum Neubaugebiet Breitenfeld IV für diesen Standort.

Darüber hinaus war dieser Platz in der Aufstellungsphase des Bebauungsplanes Breitenfeld I ursprünglich für eine Kindertagesstätte vorgesehen, wurde mangels Bedarf seinerzeit dann als Grünanlage ausgewiesen und schließlich als Spiel- und als Bolzplatz hergestellt. Der Bereich ist kurzfristig verfügbar, voll erschlossen und gut erreichbar. Die Infrastruktur verträgt die in der Bring- bzw. Abholphase zeitlich begrenzte zusätzliche Verkehrsbelastung von insgesamt zwei Stunden an fünf Tagen in der Woche, die für die Anlieger im Übrigen auch an jedem anderen Standort gegeben wäre, gegebenenfalls könnte etwa zur Schulwegsicherung die Verkehrsführung geprüft werden. Die zuletzt in Betrieb genommene KiTa Franziskanergarten mit 65 Betreuungsplätzen liegt mitten in der Innenstadt in unmittelbarer Nähe zur Schule und von dort werden keine verkehrlichen Probleme gemeldet.

Kindertagesstätten in Modul-Bauweise sind mittlerweile vom System her ausgereift und in der Region durchaus keine Seltenheit mehr. In aller Regel dienen sie, wie in Kenzingen auch, als Übergangslösung.

Die hier vorgesehene Anlage wurde bisher - ebenfalls als Interimslösung - von der Gemeinde Wyhl genutzt und ist als Kindertagesstätte voll funktionsfähig, klimatisiert und durchaus ansehnlich. Sie wurde sowohl baurechtlich als auch seitens des zuständigen Kommunalverbandes für Jugend und Soziales Baden-Württemberg – KVJS - bereits einmal so genehmigt. Die Module sind in sehr gutem Zustand, kurzfristig verfügbar und sollen nach derzeitiger Erkenntnis maximal fünf Jahre lang genutzt werden: Solange, bis entsprechender regulärer Ersatz zur Verfügung steht. Begonnen werden soll mit dem Betrieb einer Gruppe mit verlängerter Öffnungszeit, später nach Bedarf eine weitere Gruppe hinzukommen. Betreut werden sollen Ü3-Kinder, die Gruppe umfasst maximal 25 Kinder.

Die zeitliche Befristung ermöglicht die Nutzungsänderung über einen öffentlich-rechtlichen Vertrag ohne Bebauungsplanänderung. Der bestehende Spielplatz wird danach zu einem Teil der Kindestagesstätte zugeschlagen und zu einem Teil weiter öffentlich bleiben. Auf dem vorhandenen Bolzplatz, der in der Vergangenheit wegen seiner Lage schon Gegenstand einer gerichtlichen Auseinandersetzung war, wird die Containeranlage gesetzt. Der Bolzplatz selbst soll nach Möglichkeit zeitgleich und in unmittelbarer Nähe ersetzt werden, um hier Kindern und Jugendlichen weiter Begegnung und Bewegung zu ermöglichen.

Der Gemeinderat und die Stadtverwaltung setzen seit Jahren auf umfassende, dezentrale, den Bedürfnissen der Kinder und der Eltern entsprechende Betreuungsformen und werden dies selbstverständlich auch in Zukunft tun. Kinder werden mittlerweile bei Bedarf ab dem 1. Lebensjahr und ganztags durch Fachpersonal und in zeitgemäßen Räumlichkeiten betreut. Der Betrieb der Kindertagesstätten ist inzwischen die kostenintensivste kommunale Aufgabe, die ganz überwiegend von der Allgemeinheit und nur zu einem geringen Teil unmittelbar durch die Eltern finanziert wird. Die Betreuung setzt sich in der Grundschule fort, und auch hier wird die Stadt, obwohl  seit Jahren vorbildlich aufgestellt, künftig zusätzlich gefordert sein.

Es ist begrüßens- und wünschenswert, dass die Eltern den Betrieb der Kindertagesstätten konstruktiv unterstützen und begleiten, Vorschläge unterbreiten und sich engagieren. Die Entwicklung unserer Kinder, auch deren Betreuung ist eine gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe, die alle Beteiligten weiterhin fordern wird und die in der Mitte der Gesellschaft stattfindet und stattfinden sollte – auch räumlich. Deshalb halte ich den Standort der Kindertagesstätte in Modulbauweise im Breitenfeld über einen begrenzten Zeitraum hinweg für durchaus vertretbar, selbst wenn er mit geringen zusätzlichen Belastungen für die unmittelbaren Anlieger verbunden ist. Und im Zweifelsfall sollte gemeinsam darauf hingewirkt werden, dass die Kinder eben nicht  mit dem Auto gebracht und abgeholt werden, meint

Ihr Matthias Guderjan
Bürgermeister